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In Bagdad
erzählen, denn ich habe geschworen, gegen jedermann zu schweigen, und Kepek hat denselben Eid leisten müssen.«
»War es wirklich ein Eid?«
»Ja.«
»Von der Obrigkeit euch abgefordert?«
»Obrigkeit? Nein.«
»Von wem denn?«
»Von den Schmugglern.«
»Dann war es nur ein Schwur, und zwar ein erzwungener, wie ich vermute. Habe ich es erraten?«
»Ja.«
»So brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Der Begriff des Eides erfordert unbedingt, daß er von der zuständigen Obrigkeit verlangt und vor ihr abgelegt worden ist. Du hast also keinen Eid geschworen. Und selbst der Schwur, den du beim Namen Gottes dir selbst oder einem anderen Menschen giebst, verpflichtet dich nur dann zur Erfüllung desselben, wenn es sich um eine löbliche, also nicht verbotene Angelegenheit handelt. Den Namen Gottes in einer schlechten Sache anzurufen, ist nichts als Gotteslästerung, und diese Lästerung wird auch zum Verbrechen gegen die menschlichen, die staatlichen Gesetze, wenn man einem solchen Schwure Gehorsam leistet. Ist einem aber ein solcher Schwur gar abgezwungen worden, so kann seine Erfüllung zum Verbrechen werden, und man ist nicht nur berechtigt, sondern sogar verpflichtet, sich nicht nach ihm zu richten. Hast du vielleicht schwören müssen, verbotene Thaten zu verschweigen?«
»Ja.«
»So hast du damit ein Unrecht, ein großes Unrecht begangen.«
»Es galt unser Leben; man hätte uns ermordet, wenn wir es nicht thaten.«
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