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In Bagdad
»Unter den Erschossenen?« fragte ich.
»Ja.«
»Und doch lebst du noch?!«
»Oczywiscie! Es ist beides richtig, obgleich ein Widerspruch vorhanden zu sein scheint. Ich wurde erschossen und lebe noch. Daß ich noch lebe, habe ich hier meinem Onbaschi zu verdanken, dem ich diese Rettung meines Lebens, obgleich es keinen Wert mehr für mich hat, niemals vergessen werde.«
»Du machst mich wißbegierig, o Bimbaschi! Was du bisher erzähltest, war mir längst bekannt; jetzt nun erwarte ich, eine Episode zu hören, welche unser ganzes Interesse in Anspruch nehmen wird.«
»Ich bitte dich, mir meine bisherige Ausführlichkeit zu verzeihen! Ich verschuldete sie, weil ich glaubte, diese Darlegungen deinem Hadschi Halef geben zu müssen. Von jetzt an wirst du dich aber nicht mehr gelangweilt fühlen. Du kannst dir wohl denken, daß es mir entsetzlich gewesen wäre, wenn man mich gezwungen hätte, auf unschuldige Christen zu schießen; aber ich war Offizier und hätte gehorchen müssen. Glücklicherweise wurde meine Kompagnie zu den Truppen kommandiert, die das Kastell zu bewachen hatten, was mich von dem Zwange befreite, grausam gegen Menschen zu sein, deren Glaube früher der meinige war. Ich mußte drei Tage und drei Nächte lang vor dem Kastell liegen, ohne meine Kinder, mein Weib und deren Eltern zu sehen, und als ich dann für einen halben Tag abgelöst wurde, fand ich das Haus mit der ganzen Gasse eingeäschert und erfuhr, daß der Grimm des Pöbels sich nicht nur gegen die Christen, sondern gelegentlich auch gegen schiîtisch gesinnte Muhammedaner gerichtet habe. Der Vater meiner Frau war Perser, also Schiît; das wußte das ganze Stadtviertel, in
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