|
|
|
| |
In Bagdad
Abendlandes, die dort auch nur Schutzbefohlene waren und von den dortigen Nichtjuden mit Neid betrachtet werden. Giebst du dies zu?«
»Ich kann es nicht leugnen. Sprich weiter!«
»Als die Sorge in Damaskus mehr und mehr zu steigen begann, fragten die christlichen Konsule bei dem Pascha an, ob Gefahr für die Christen vorhanden sei. Er antwortete beruhigend, zog aber aus der meist von Turkmanen und Kurden bewohnten Vorstadt Salehijeh tausend Mann zusammen, welche scheinbar zum Schutze der Christen, eigentlich aber dazu bestimmt waren, mit der Ermordung derselben den Anfang zu machen. Auch der Scheik ul Islam, welcher die Seele der Verschwörung war, that das Seinige, die Befürchtungen einzuschläfern. Hingegen gab es auch viele hochgestellte Muhammedaner, welche den Christen wohlgesinnt waren und sie warnten. Durch die Mitteilung dieser Leute erfuhr man, daß das Militär bereit zum großen Morde sei und daß auch eine heimliche Waffenverteilung unter die Civilbevölkerung stattgefunden habe. Schließlich sah man gar eine Menge von Hunden, denen das christliche Kreuz am Halse hing, auf den Straßen herumlaufen, aber weder diese allerstärkste der Verhöhnung, noch andere Anzeichen waren imstande, die geradezu mit Blindheit geschlagenen Bedrohten aus ihrem unglückseligen Abervertrauen aufzurütteln. Kennst du den Tag, an welchem das Unglück hereinbrach wie ein Blitzstrahl, der vom wolkenlosen Himmel niederfällt?«
»Es war der neunte Juli.«
»Richtig! Die Mueddins riefen eben zum Gebete; die Häuser und Bazars entleerten Sich, und die Straßen waren voller Menschen. Da erscholl plötzlich überall der Ruf. »Mordet, raubt und brennt! Heut ist der Tag
|
|
|
| |
|