|
|
|
| |
Der Löwe der Blutrache
»Wie könnt ihr es wagen, euch im Rate der weisen und erfahrenen Männer niederzusetzen! Ihr seid - - «
»Schweig!« unterbrach ich ihn, um ihm gleich im Anbeginn zu zeigen, wie wenig ich mir aus ihm machte. »Ich würde diesen ehrwürdigen Männern gern die Achtung zollen, welche ich für sie hege; aber weil du mit hier bist, so setzen wir uns. Weißt du, was ich in meinem Lande und bei meinem Volke bin? Und wer oder was bist denn du? Du bist gegen mich wie eine dreiste Fliege, welche glaubt, mit ihrem Summen und Brummen den Löwen erschrecken zu können.«
Da fuhr seine Hand nach dem Messer, und er donnerte mich an:
»Hund, Giaur! Kennst du die Macht, welche ich gegen und über alle Geister und Mächte der Erde und der Unterwelt besitze? Ich brauche nur die Hand zu erheben, so fällst du tot zur Erde!«
»Thue es doch!« lachte ich. »Mir machst du nicht bange, denn ich kenne dich. Du bist ein Feschschahr (*Großmaul), der gar nichts kann, ein Gaschschahsch (*Hokuspokusmacher) , mit dem ich gar nicht sprechen würde, wenn dich nicht diese achtunggebietenden Greise beauftragt hätten, mir ihren Entschluß mitzuteilen.«
Da sprang er wütend auf und schrie:
»Ihr Krieger der Scherarat, schießt ihn nieder, den stinkenden Schakal, sofort, sofort!«
Ich sprang, obgleich niemand sein Gewehr gegen mich erhob, augenblicklich nach einem nahen Felsstücke, nahm Deckung hinter demselben, legte den Stutzen an und rief:
»Wer wagt es, die Hand gegen uns zu erheben?
|
|
|
| |
|