|
|
|
| |
Der Löwe der Blutrache
es kennt, und weiß, daß er in allem, was er Euch vormacht, nichts anderes als ein Cha'in (*Cha'in, das ch so ausgesprochen wie im deutschen Worte Rache = Schwindler, Betrüger) ist.«
Als der Scheik diese Worte hörte, hellte sich sein tiefernstes Gesicht ein wenig auf, und er sagte:
»Ich vernehme, daß Allah dir ein sehr gesundes Gehirn verliehen hat; leider besitzen meine Scherarat nicht dieselbe Gabe, und wenn ich euch dafür hassen muß, daß ihr unsere Krieger an die Lazafah verraten habt, so möchte ich euch doch dafür danken, daß es unter ihnen einen giebt, den ich nicht nennen will, dessen Rückkehr von den Lazafah ich nicht wünsche.«
»Du brauchst ihn nicht zu nennen; es ist Abu el Ghadab, der Sohn des Zauberers.«
»Maschallah! Woher weißt du das?«
»Ich kenne dein Verhältnis zu Gadub es Sahhar besser, als du denkst.«
»Wenn du es wirklich kennst, so sprich zu ihm ja nicht davon. Ich habe gehört, daß du den Herrn mit dem dicken Kopfe< geschossen hast, du ganz allein und mitten in der Nacht. Wir haben das nicht für möglich gehalten, denn wenn wir den Würger der Herden< erlegen wollen, so ziehen wir, viele, viele Krieger stark, am hellen Tage aus. Wenn wir das des Nachts thäten, würde er uns alle fressen.«
»Das ist der Unterschied zwischen euch und uns. Ein wirklich tapferer Mann muß den Mut besitzen, dem Löwen ganz allein und auch des Nachts Auge in Auge entgegenzutreten.«
»Das hast du wirklich gethan?«
»Ja, wiederholt!«
»Besitzest du diesen Mut auch heute noch?«
|
|
|
| |
|