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Der Löwe der Blutrache
»Ia himaji, ia himaji, ia himaji - o Schutz, o Schutz, o Schutz!« rief ich dagegen, und Halef und sein Sohn stimmten ein.
Der Scheik winkte mit der Hand, und es trat sofortige Stille ein. Sich zu mir wendend, fragte er:
»Bist du wirklich der Emir Kara Ben Nemsi Effendi, ein Christ?«
»Ja.«
»Dieser ist der Hadschi Halef Omar, Scheik der Haddedihn, und der andere sein Sohn?«
»Ja.«
»Und das wagst du, mir zu gestehen?«
»Ich lüge nie, und es ist kein Wagnis. Es wäre ein Wagnis, es zu leugnen.«
»Wieso?«
»Weißt du nicht, daß der Beschützte den Schutz verliert, wenn er dem Beschützer eine Lüge sagt?«
»Das ist die Wahrheit, ja. Ich habe gehört, daß du drüben in der Dschesireh und bei den Kurden viele große Thaten verrichtet hast. Wie kann Allah einem Giaur solche Kraft, Geschicklichkeit und Tapferkeit verleihen?«
»Er ist der Herr und Vater aller Menschen, der eurige und auch der unserige. Warum unterscheidest du mich nach dem Glauben von dir? Heute und hier gilt nur eines: Du bist der Schützer, und wir sind die Beschützten. Oder sollte sich der berühmte Scheik der Scherarat vor seinen Untergebenen so fürchten, daß er den gewährten Schutz zurückzuziehen vermöchte?«
Das war eine kühne Frage. Er zog die Brauen finster zusammen und antwortete:
»Und wenn ich dies thäte?«
»So würde dein Name geschändet sein in alle Ewigkeit.«
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