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Der Löwe der Blutrache
fort, daß sein Anführer in einigen Minuten auch frei sein werde.
»Wirst du aber auch Wort halten, Effendi?« fragte er mich.
»Mach dich schleunigst von dannen!« fuhr ich ihn an. »Kara Ben Nemsi hat noch nie eine Lüge gesagt. Oder soll ich deinen Beinen mit einem Schrotschusse Bewegung machen?«
Er verschwand so schnell wie möglich. Als wir bei unserm Gefangenen und seinem jungen Wächter ankamen, band ich dem ersteren die Hände los und sagte:
»Wir haben bekommen, was ich verlangte. Du kannst gehen.«
Er blieb dennoch stehen, musterte mich von oben bis unten und fragte dann:
»Du giebst mich wirklich frei?«
»Ja. Und weil ich so ehrlich an dir handle, so erwarte ich, daß ihr uns unbelästigt weiterziehen laßt. Wir werden uns nach dem Bir el Halawijat (*Brunnen der Süßigkeiten) wenden und wünschen nicht, daß ihr uns folgt.«
»Wir reiten nach dem Bir esch Schukr (*Brunnen der Dankbarkeit), der weit im Osten liegt, denn wir wollen nach Akabet. Du brauchst dich also nicht zu fürchten!«
»Fürchten? Ich habe niemals Furcht gekannt.«
Da stieß er ein lautes Gelächter aus und antwortete in höhnischem Tone:
»Die Furcht nicht gekannt? Was ist es denn anders als Furcht und Angst, daß ihr mich freilaßt? Ein Christenhund hat immer Angst vor jedem rechtgläubigen Krieger. Ich habe viel von dir gehört; aber was man sich von dir erzählt, ist alles Lüge und Unwahrheit. All deine
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