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Der Löwe der Blutrache
sind, welche die Berechtigung der Regierung, Steuern zu fordern, nie anerkennen wollen. Darum sagte ich:
»Was geht mich der Pascha an! Ich bin ein freier Mann und nicht sein Unterthan.«
»Wie kann ein Türke sich einen freien Mann nennen!« meinte er verächtlich. »Nur der Bedawi (*Beduine) ist frei.«
»Ich bin kein Türke.«
»Was denn? Ein Kurde bist du auch nicht; das sehe ich. Welchem Volke könntest du also angehören?«
»Ich bin ein Franke.«
»Ein Franke?« lachte er höhnisch. »Welch eine Lüge! Kein Franke wird sich so allein wie du in diese Gegend wagen.«
»Glaubst du, daß nur die Beduinen Mut besitzen?«
»Ja.«
»Und dennoch hieltest du an, als du mich erblicktest? Ich aber ritt getrost auf dich zu! Wer war es also, welcher Mut besaß?«
»Schweig! Einem einzelnen Menschen zu begegnen, dazu ist kein Mut erforderlich. Ich will wissen, welchem Volke oder Stamm du angehörst!«
Das klang beinahe drohend, und er spielte dabei mit dem Hahne seiner Flinte. Sein Gesicht war mir unbekannt; er konnte also kein Haddedihn sein; darum hütete ich mich, ihm zu sagen, wer ich war, sondern entgegnete in ganz demselben Tone:
»Wer von uns beiden hat das Recht, den andern auszufragen? Wer ist der Höhere, ich oder du?«
»Ich!«
»Warum?«
»Die Herden meines Stammes weiden hier.«
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