|
|
|
| |
Auf dem Tigris
»Du drohst uns also? Gut! Wir binden euch also nicht los!«
Er setzte sich zu mir und nahm sein Frühstück zur Hand. Da schlug der Perser einen andern Ton an. Er erklärte, daß er das Geschehene als ungeschehen betrachten wolle, nur möchten wir ihn losbinden, denn er müsse unbedingt fort. Seine Wut war jedenfalls so groß, daß sie gar nicht größer werden konnte. Wenn es ihm trotzdem gelang, sie zu beherrschen, so mußten es sehr zwingende Gründe sein, welche ihn den Fluß abwärts riefen. Ich überließ es Halef, weiter mit ihm zu sprechen. Dieser gab seinen Entschluß dahin kund:
»Du hast uns belogen, beleidigt und beschimpft; darum haben wir dir gezeigt, daß wir Männer sind, welche sich das nicht unbestraft gefallen lassen. Wir haben euch gebunden und nehmen die Riemen nur dann von euch, wenn du die Beleidigungen zurücknimmst, welche du ausgesprochen hast.«
»Ich nehme sie zurück.«
»Und uns um Verzeihung bittest!«
»Ich bitte darum.«
»Und uns versprichst, es nie wieder zu thun!«
»Allah verbrenne dich! Du darfst nicht allzuviel von mir verlangen!«
»Ganz wie du willst. Ihr bleibt also liegen!«
»Beim Barte meiner Ahnen, du bist der grausamste Mensch, den ich gesehen habe!«
»Mein Herz ist so weich und mild wie fließende Butter, wenn man thut, was ich verlange.«
»So stärke mich Allah! Ich werde also thun, was du gesagt hast.«
»Was?«
»Ich verspreche, euch nicht wieder zu beleidigen.«
|
|
|
| |
|