|
|
|
| |
Auf dem Tigris
Schiiten gefangen, drei Ringe des Geheimnisses erobert und zwei Hiebe mit der Peitsche ausgeteilt. Die Kraft der Männlichkeit ist wieder in mir munter geworden; die Tapferkeit erwacht in meinem Herzen, und meine Träume führen mir die Siege vor, welche wir miteinander erringen werden.«
»Das gönne ich dir, lieber Halef! Und weil man nur im Schlafe träumen kann und dir diese im voraus genommenen Siege so große Freude machen, so kannst du jetzt nichts besseres thun als schlafen. Gute Nacht also!«
»Schon?! O Sihdi, ich hätte mich so gern noch länger mit dir unterhalten. Meine Hanneh ...«
»... ist die beste der Frauen und wünscht, daß du von ihr träumst; also schlaf!« fiel ich ihm in die Rede.
»Und Kara Ben Halef ...«
»... ist der beste aller Söhne, und der Traum wird dir ihn vielleicht zeigen; schlaf also!«
»Gut, ich gehorche! Du bist ein Tyrann geworden gegen mich und dich. Deine Dschanneh ...«
»... will, daß ich alle Tage richtig ausschlafe; also: Gute Nacht!«
»Sihdi, ich bin gar nicht mit dir einverstanden, werde dir aber trotzdem gehorchen. Ich hätte dir noch viel, sehr viel zu sagen, doch weil du es nicht anders willst, so sage ich nur noch: Gute Nacht!«
Er drehte sich um und gab sich nicht vergeblich Mühe, einzuschlafen, denn es dauerte nicht lange, so hörte ich an seinen regelmäßigen Atemzügen, daß er in den Armen jenes wohlthätigen Gottes lag, welcher von den Beduinen nicht Morpheus, sondern Nohm genannt wird.
Ich fiel gar bald in dieselben Arme, und als ich mich am Morgen ihnen entwand, war es bereits voll-
|
|
|
| |
|