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Auf dem Tigris
»Dort kam er geschlichen; als er mich erblickte, blieb er stehen. Es war ein großer, gewaltiger Abu er Rad (*Vater des Donners). Ich gab ihm die Kugel, und dann war er nicht mehr zu sehen. Ich habe ihn getroffen; das weiß ich ganz genau. Er ist vor Schreck und Angst dahingefahren, denn wo Hadschi Halef Omar steht, der Scheik der Haddedihn, da kann es selbst der stärkste Löwe nicht aushalten!«
Ich nahm meinen schweren Bärentöter schußfertig in die Hand und entfernte mich langsam und vorsichtig in der angedeuteten Richtung. Nach ungefähr vierzig Schritten konnte ich mich überzeugen, daß Halef sich nicht geirrt hatte; er hatte wirklich getroffen - - aber was!
Ich rief ihn zu mir. Er kam herbei und fragte schon von weitem:
»Was soll ich, Effendi? Siehst du etwas?«
»Ja. Hier liegt das Vieh.«
»Also habe ich getroffen?«
»Ja.«
»Tot?«
»Mausetot!«
»Hamdulillah! Ich habe den Gedd el Isman, (*Großvater der Zähne) den schrecklichen Würger der Herden, erlegt. In allen Zelten wird mein Ruhm erschallen, und an allen Lagerplätzen wird man meine Ehre singen!«
»Juble nicht zu früh! Es ist nämlich kein Er, sondern eine Sie.«
»Kein Löwe, sondern eine Löwin?«
»Nein; es ist kein Abu er Rad, sondern eine Omm es Ssanne (*Mutter des Gestankes), die du erschossen hast. Sie hat Hunger gehabt und ist betteln gekommen; du aber bist so unbarmherzig gewesen, ihr anstatt Fleisch eine Kugel zu geben.«
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