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Auf dem Tigris
»Hältst du sie für so bös oder so häßlich?«
»Kann sie besser oder schöner als Hanneh sein?«
»Nein. Aber ihr ähnlich!«
»Das will ich dir wünschen!«
»Oder meinst du, daß ich dich nach Dschermanistan kommen lassen müsse, damit du unter den Töchtern des Landes für mich suchen gehest?«
»Nein. Das kann ich nicht verlangen. Laß mich essen und dabei nachdenken! Mein Heimweh, welches mir den Hunger raubte, ist vollständig alle geworden. Ich will Kebab (*An Hölzern gebratene Fleischstücke) essen, Kebab, von Hanneh zubereitet, welche auch erschrecken wird, wenn sie hört, daß du auf eine so unvorhergesehene Weise die ganze, ganze Herrschaft über dich verloren hast!«
Er aß, und zwar in der hastigen Art eines Menschen, dessen Gedanken ganz anderweit beschäftigt sind. Nach einer Weile sagte er:
»Gestehe, daß du wegen dieser Frau ein böses Gewissen gehabt hast!«
»Ich weiß nichts davon.«
»Doch! Warum hast du im Duar von ihr geschwiegen? Warum sprichst du erst jetzt davon? Das ist doch das heimlich verheiratete böse Gewissen!«
»Ist alles heimlich, was zufällig deine Haddedihn nicht erfahren? Der Mann darf weder von seinem noch von einem andern Harem öffentlich sprechen. Das weißt du doch, lieber Halef.«
»Ich weiß es. Verzeih, Sihdi; du hast recht!«
Er aß weiter und erkundigte sich nach kurzer Zeit:
»Bist du mit ihr zufrieden?«
»Sehr!« nickte ich.
Auch die nächsten Fragen sprach er nur in Zwischenräumen aus.
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