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Auf dem Tigris
»Wickle sie wieder ein, Halef! Du wirst sie nur dann in Anwendung bringen, wenn ich dir den Befehl dazu erteile!«
»Sihdi, darüber sprechen wir wohl noch!«
»Nein! Hanneh ist auch ganz dieser meiner Meinung.«
»Ist sie? Hat sie, als du mit ihr sprachst, auch Meinungen gehabt? Schau, Sihdi, als die Frauen noch keine Seelen hatten, da - - - «
»Still! Sie haben stets welche gehabt!«
»Höre, das kannst du doch nicht wissen. Erst dann, wenn du auch eine liebliche Herrin deines Herzens haben wirst, erlaube ich dir - - «
»Lieber Halef, ich habe eine!« versicherte ich, ihm in die Rede fallend.
Er trat zwei Schritte zurück, bückte sich halb nieder, sah mir, der ich am Feuer saß, erstaunt in das Gesicht und fragte:
»Was - - was - - hast - - du?«
»Auch eine.«
»Eine Besitzerin deines Herzens?«
»Ja.«
»Welch ein Scherz!«
»Es ist kein Scherz.«
Da ließ er vor Verwunderung die Peitsche aus der Hand fallen und fragte:
»Kein Scherz? Hättest - - hättest du denn das Geschick, eine Lenkerin deines Lebens zu besitzen?«
»Warum denn nicht?«
»Sihdi, erlaube, daß ich mich wieder niedersetze! Dein so ganz unerwartetes Weib ist mir in die Kniee gefahren; ich fühle, daß sie zittern!«
Er setzte sich, betrachtete mich kopfschüttelnd vom Kopfe bis zu den Füßen, zog das allerernsteste seiner Ge-
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