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Auf dem Tigris
»Allerdings!«
»Du bist überzeugt, daß die Frauen Seelen haben?«
»Ja.«
»Also Hanneh auch?«
»Natürlich! Und das ist es, was ich dir weiter sagen soll. Sie läßt dich durch mich bitten, nicht länger an dem Vorhandensein ihrer Seele zu zweifeln.«
»O Effendi, wenn sie mich für den besten Mann der Erde hält, so habe ich ganz und gar nichts dagegen, daß sie sich in dem Besitze einer Seele befindet. Es ist zwar - - - hm, Effendi, nicht wahr, die Seele ist etwas Innerliches? Sie steckt im Körper?«
»Nach der bisherigen, irrigen Ansicht, ja.«
»So mag sie drin stecken bleiben! Es soll aber Seelen geben, die sich auch äußerlich sehen und hören lassen; das liebe ich nicht.«
»So? Giebt es wirklich solche?«
»Leider ja; ich weiß es ganz genau.«
»Hanneh scheint ganz dasselbe auch zu wissen, denn sie hat mir noch einen Auftrag gegeben.«
»Welchen?«
»Wenn du glaubst, daß sie eine Seele habe, so soll dieselbe stets im Innern stecken bleiben.«
»Das - - das - - das hat sie gesagt?«
»Ja.«
»Maschallah! Gott thut Wunder! Wie freue ich mich darüber, daß sie mir den Vorschlag machte, sie mit dir sprechen zu lassen! Weißt du, Sihdi - - aber das kannst du ja gar nicht wissen, weil du noch nicht der Besitzer eines Frauenzeltes bist, doch sage ich dir, wenn die Seele eines Weibes das Innere verläßt, so nimmt das Gesicht sehr ernste Züge an, und die Stimme wird gebieterisch. Und dann, eben dann hat sie allemal recht!
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