|
|
|
| |
Auf dem Tigris
welche den ganzen Zweck und Inhalt ihres Lebens nur darin suchen, in der geistigen Oede des Harems körperlich möglichst rund und schwer zu werden! Und was für ein kluges und energisches Frauchen war diese kleine Hanneh geworden! Ich glaube, es könnte manchem sehr intelligenten Europäer nichts schaden, wenn die Herrin seines Salons eine solche Hanneh wäre.
So oder ähnlich waren meine Betrachtungen, als ich langsamen Schrittes in das Duar zurückkehrte. Was ich erwartete, das traf ein: Halef stand bei meinem Zelte. Er zog mich beim Arme an sich und sagte leise und wichtig:
»Sihdi, die liebliche Stütze meiner Lebenstage ist zurückgekehrt. Ihre Augen leuchteten und ihre Stimme klang wie der Gesang des Bulbul (*Nachtigall), als sie mich »ihren guten, lieben« Halef nannte. Dieser süße Ton hat mein Herz mit Wonne erfüllt, denn ich will dir aufrichtig sagen, daß es hier im Duar auch noch andere Töne giebt; in welchem Zelt, das brauchst du nicht zu wissen. Ich glaube, du hast mit ihr von mir gesprochen. Habe ich recht?«
»Ja, du wurdest auch einmal erwähnt.«
»Nur ein einziges Mal?«
»Lieber Halef, sei damit zufrieden, daß du überhaupt genannt worden bist!«
»Aber, Effendi, wenn ihr nicht von mir gesprochen habt, von wem denn sonst?«
»Bist du der einzige Mensch, von dem man reden kann?«
»Nein, doch möchte ich nicht, daß meine Hanneh, welche die Summe von allen weiblichen Vorzügen ist,
|
|
|
| |
|