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Auf dem Tigris
rechts. Es war zur Zeit des Neumondes, doch leuchteten die Sterne fast so hell wie Mondenschein. Es dauerte nicht lange, so sah ich Hanneh auf mich zukommen. Es befand sich kein Mensch hier, der uns beobachtete. Als wir zusammentrafen und bei einander stehen blieben, blickte sie mich aus der Umhüllung heraus mit großen, ernsten Augen an, reichte mir ihre Hand und sagte:
»Ich wußte, daß du kommen würdest, Effendi, und ich danke dir!«
Ich berührte ihre Hand mit leisem Drucke und antwortete:
»Dein Wunsch macht mich dir unterthan; ich bin ihm gern gefolgt.«
»Du bist ein Christ und achtest auch das Weib. Ich würde lieber tot als jetzt und hier mit einem Moslem sein, welcher nicht Hadschi Halef heißt. Unter deinem Schutze bin ich sicherer als an dem Mimbar (*Kanzel) einer Moschee. Ahnst du, worüber ich mit dir zu sprechen wünsche?«
»Ich vermute es.«
»Und warum Halef nicht dabei sein soll?«
»Auch das errate ich.«
»Das wußte ich, und darum wagte ich, zu thun, was sonst kein Weib je unternehmen darf. Ich stehe hier vor Allah und vor dir. Allah sieht und hört mich, doch es fehlt mir seine Stimme; antworte du an seiner Stelle! Es wogt ein weites, tiefes Meer in meiner Seele; seine Wellen sind Gedanken, welche bald mich töten, bald mich an das feste Ufer tragen wollen. Es giebt in meinem Herzen einen Himmel, von welchem tausend Sterne strahlen und den bald wieder finstre Wolken decken; die Sterne
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