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Auf dem Tigris
»Wenn das wahr ist, muß ich blind gewesen sein!«
»O nein! Es handelt sich nur um Kleinigkeiten, welche den Wert des Pferdes nicht vermindern, wenigstens in meinen Augen nicht. Zunächst sind die Hinterhufe ungleich groß; aber der Unterschied ist so unbedeutend, daß du ihn noch gar nicht bemerkt hast; sodann sollte das Vorderteil etwas tiefer sein, und endlich ist die Stirn zwar breit, aber zwischen den Augen zu flach; sie sollte da gewölbter sein.«
»Allah kerihm!« seufzte er. »Eine solche Menge Fehler sind vorhanden? Aber du giebst doch sicher zu, daß es dennoch hörr< zu nennen ist?«
Hörr bedeutet hochedel und wird bei solchen Pferden gebraucht, deren Eltern beide fehlerfrei waren.
»Nein, es ist nicht hörr<, sondern nur mekueref<, lieber Halef.«
Mekueref bezeichnet ein Pferd, dessen Mutter edel, der Vater aber unedel war.
»Beweise es!« forderte mich der Hadschi auf.
»Die Ohren stehen zu gerade; bei einem hochedlen Pferde müßten sich die Spitzen derselben fast berühren. Und sodann ist eine so dichte Mähne stets ein Zeichen gemischten Blutes. Ich kann dir dieses Urteil nicht ersparen, doch hast du gar keinen Grund, dich darüber zu betrüben. Assil Ben Rih ist edler als dieser Nedjedi; der Gebrauchswert beider aber ist jedenfalls ganz derselbe. Hat Barkh auch ein Geheimnis?«
»Ob sein erster Besitzer ihm eins gegeben hat, das kann ich natürlich nicht wissen; kein Mensch wird dem Diebe seines Pferdes das Geheimnis desselben nachsenden; aber ich habe dem Rappen ein heimliches Zeichen eingeübt. Ich bin selbstverständlich der einzige, der es kennt; selbst mein Sohn Kara Ben Halef und mein Weib Hanneh,
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