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Auf dem Tigris
»Nun, Sihdi, wie gefällt er dir?« fragte dieser.
Der Rappe hatte eine kleine, schmale Blässe unter der Stirn, welche sehr breit war. Der schön gebogene, feine Hals trug einen kleinen Kopf mit spitzen, gradstehenden Ohren. Die Nase war sanft zugespitzt, das Auge hervorstehend und feurig, die Brust breit, der Widerrist scharf, der Rumpf kurz, das Bein sehnig und der Huf klein, rund und hart. Lobenswert war der schöne Schweifansatz, weniger aber das sehr lange und sehr dichte Mähnenhaar.
Ohne die Frage des Hadschi gleich zu beantworten, unterwarf ich das Pferd einer genauen Prüfung, mit der Besichtigung und Palpation der Augen beginnend und mit der Untersuchung der Hufe aufhörend. Dann mußte Halef es mir in allen Gangarten vorreiten. Als dies geschehen war und er abstieg, wiederholte er seine Frage:
»Nun, wie gefällt er dir? Hast du Fehler gefunden?«
»Sag vorher, ob auch du ihn schon auf Fehler untersucht hast!«
»Ja.«
»Und gefunden?«
»Keine. Er ist fehlerfrei.«
»Lieber Halef, glaubst du, daß es überhaupt ein fehlerfreies Pferd geben kann?«
»Das verstehst du besser als ich.«
»Eigentlich solltest du als Bedawi (*Beduine) es besser verstehen als ich, dessen Beruf es ist, möglichst viel Federn und Tinte zu verbrauchen.«
»Inaj'Allah! Sag aufrichtig- Hat dieser Hengst Fehler?«
»Ja.«
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